WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy (Foto: Unsplash @jamie452)

Lifestyle WhatsApp Ab jetzt könnten wir Werbung bei WhatsApp bekommen - aber wie und wo?

Die Frist ist abgelaufen: Ab Februar könnten wir auf WhatsApp Werbung angezeigt bekommen. Aber wie kam es dazu? Und: Wo wird die Werbung dann angezeigt?

WhatsApp sollte eine Plattform ohne Werbung sein, der die Privatsphäre der Nutzer wichtig ist - haben die beiden WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton immer gesagt. Und kaum waren beide aus WhatsApp ausgestiegen, wurde angekündigt, das sich das in Zukunft ändern soll.

So kam es dazu

Brian Acton hatte das WhatsApp-Team schon letztes Jahr verlassen - Mitgründer Jan Koum dann am ersten Mai 2018. Grund dafür soll unter anderem ein Streit mit Facebook über Werbung in der App gewesen sein. Facebook hatte WhatsApp nämlich 2014 für rund 19 Milliarden Dollar gekauft.

Und kaum war im Mai dann auch der zweite Gründer raus aus dem Geschäft, kündigte Facebook auch schon an, Werbung in WhatsApp einführen zu wollen.

Was Werbung angeht, werden wir WhatsApp definitiv weiter öffnen.

David Marcus, Facebooks Messenger-Chef

Der Grund? Man wolle mit der App endlich Geld verdienen können. Momentan mache man nämlich keinen Gewinn. Dann gab es eine Frist – und die ist am 1. Februar 2019 abgelaufen.

Wo wird es Werbung geben?

Der aktuelle WhatsApp Geschäftsführer Matt Idema hatte dann in einem Interview mit der "Deutschen Presse-Agentur" gesagt, dass Firmen schon 2019 Werbung in WhatsApp schalten können sollen.

Die Anzeigen sollen aber nicht in den privaten WhatsApp-Chats erscheinen, sondern im "Status"-Bereich geschaltet werden. Die WhatsApp-Nutzer sollen scheinbar auch selbst einstellen können, ob sie Werbung sehen wollen oder nicht, betonte Chef Idema. Bisher gibt es so eine Auswahlmöglichkeit aber nicht.

Wo sehen wir Werbung bei WhatsApp?

Bisher ist so viel klar: Ab dem 1. Februar können wir potentiell Werbung auf WhatsApp sehen. Das heißt nicht, dass wir davongekommen sind, wenn wir momentan noch nichts sehen. Leider.

Aber immerhin hat WhatsApp gesagt, dass Werbung - zumindest vorerst - nur in den Stories angezeigt werden kann. Heißt: Momentan brauchen wir noch keine Angst haben, dass wir uns Werbespots anschauen müssen, bevor wir eine Nachricht schreiben können. Dass das aber auf Dauer so bleibt, hat WhatsApp bisher nicht garantiert.

Wie geht's bei WhatsApp weiter?

Eine andere Möglichkeit wäre nämlich zum Beispiel, die Werbung - ähnlich wie beim Facebook-Messenger - zwischen den Nachrichten in der Inbox unterzubringen. Das ist denkbar, denn der Facebook-Messenger-Chef ist momentan auch an der Weiterentwicklung von WhatsApp beteiligt. Das könnte dann ungefähr so aussehen:

privater screenshotlaurabisch (Foto: DASDING, privater screenshot/laurabisch)
So werden uns Werbeanzeigen im Facebook-Messenger eingespielt. privater screenshot/laurabisch

Wird WhatsApp jetzt auch unsicherer?

In einem Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" hat WhatsApp-Mitgründer Acton prophezeit, dass Facebook bald auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in den WhatsApp-Chats aufweichen würde. Normalerweise ist es ja so, dass deine Nachrichten in einen unverständlichen Kauderwelsch umgewandelt werden, sobald du auf Senden drückst. Damit ist die Nachricht dann verschlüsselt - und wird erst wieder entschlüsselt, sobald sie beim Empfänger landet. Sich davon mehr zu lösen sei nötig, um so gezielt Werbung ausspielen zu können.

Das Problem: Wegen der schlechteren Verschlüsselung könne Facebook Zugriff auf Chat-Inhalte bekommen und in Folge gezielt Werbung im "Status-Bereich", so Acton. Das heißt, wir bekommen nicht nur irgendwelche Werbung, sondern genau auf uns zugeschnittene.

Für alle, die jetzt keine Lust mehr auf WhatsApp haben, gibt es auch noch die werbefreien Messenger-Alternative, wie Telegram. Oder Threema – dafür musst du aber beim runterladen einmalig etwas bezahlen. 🤐